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Home » Fotografie-Stil » Dezentrale Bildkomposition: Fotografie ohne klaren Fokus

Wie man mit der Komposition arbeitet

Manchmal gibt es kein einzelnes Motiv im Bildausschnitt. Kein zentrales Gesicht, kein Objekt, das die Aufmerksamkeit des Betrachters fesselt. Es gibt Raum, Rhythmus, Bewegung, Licht – und ein Gefühl für die Szene, das der Betrachter selbst zusammensetzt. Das erfordert eine andere Herangehensweise: Man hört auf, einfach nur „auf etwas zu zeigen“ und beginnt, den Bildausschnitt so zu gestalten, dass der Blick schweift, verweilt und wieder zurückkehrt. Es ist schwieriger als die klassische Bildkomposition, aber solche Aufnahmen wirken oft reifer und tiefgründiger.

Wenn die Mitte nicht die Lösung ist

Eine zentrale Bildkomposition wirkt zwar schnell und übersichtlich, macht das Foto aber auch vorhersehbar. Fotografiert man eine Straße, einen Innenraum, eine Menschenmenge oder einen Raum mit mehreren Blickpunkten, stört die Mitte nur. Versuchen Sie, den visuellen Schwerpunkt bewusst in die Ecke oder an den Rand des Bildausschnitts zu verlagern und die Mitte „leer“ zu lassen. Diese Leere erzeugt eine Pause. Sie zwingt den Betrachter, das Foto länger zu betrachten und in den Details nach Bedeutung zu suchen.

Tipp: Verwenden Sie ein Weitwinkelobjektiv (24–28 mm) und gehen Sie einen Schritt weiter zurück, als Sie intuitiv denken. Dadurch entsteht mehr Raum im Bild, und die Objekte konkurrieren nicht mehr um die Aufmerksamkeit.

Arbeiten mit Rhythmus und Wiederholung

Wenn es kein zentrales Hauptmotiv gibt, sorgt der Rhythmus für die Komposition. Dies können Fenster, Schatten, Figuren oder Lichtreflexe sein. Ihr Ziel ist es, Wiederholungen zu finden und sie so anzuordnen, dass der Blick durch das Bild wandert. Blendenwerte von f/5.6 bis f/8 eignen sich besonders gut für solche Szenen, da die Schärfe gleichmäßig verteilt ist und kein klarer „Star“ im Vordergrund hervorsticht.

Hinweis: Der Rhythmus muss nicht perfekt sein. Eine kleine Unterbrechung – eine Person, die in die entgegengesetzte Richtung geht, ein Lichtstrahl im Fenster – verleiht dem Bild Lebendigkeit. Ihr Blick bleibt nicht an einem Punkt hängen, sondern wandert zwischen den Elementen hin und her. Dieser Trick ist häufig in der Werbung von Wettanbieter Schweiz zu sehen, wo die Dynamik und Energie von Sportwettkämpfen durch verschwommene, sich wiederholende Objekte dargestellt wird.

Kameraeinstellungen für solche Szenen

Um die Bildkomposition zu kontrollieren, sollten Sie die technischen Aspekte im Griff haben:

  • Fokus: AF-S mit dem Fokuspunkt nicht in der Mitte, sondern im Bereich der gewünschten Bildkomposition.
  • ISO: So niedrig wie möglich, in der Stadt können Sie den Wert jedoch auf 800–1600 erhöhen.
  • Verschlusszeit: 1/125–1/250 Sekunde im Freien, um Bewegungen sichtbar zu halten.
  • Weißabgleich: Fest eingestellt (Tageslicht oder Bewölkt), um Farbverschiebungen zu vermeiden.

Diese Einstellungen helfen, die Struktur der Szene zu erhalten und ein chaotisches Bild zu vermeiden.

Licht

Wenn das Motiv „aufgelöst“ wird, rückt das Licht in den Fokus. Ein kontrastreicher Bereich zieht den Blick automatisch auf sich, selbst wenn er sich am Bildrand befindet. Fotografieren Sie bei Seiten- oder Gegenlicht, insbesondere morgens und abends. Im manuellen Modus empfiehlt sich eine Belichtungskorrektur von -0,3 oder -0,7, um Details in den Lichtern zu erhalten und die Schatten satt zu halten. So entsteht Tiefe, ohne dass ein bestimmtes Motiv hervorgehoben werden muss.

Bildausschnitt

Ein Foto ohne klares Zentrum wirkt, wenn es Raum für Interpretation lässt. Versuchen Sie nicht, alles zu erklären. Enthält der Bildausschnitt mehrere Interpretationsmöglichkeiten, wählt der Betrachter seinen eigenen Weg. Betrachten Sie das Foto ganz einfach: Wenn Sie Ihren Blick lange über das Bild schweifen lassen und dabei immer wieder ein neues Detail entdecken, ist die Komposition gelungen.